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Edelstahlschweißen

Edelstahlschweißen 304L/316L an Feldbinder-Aufliegern: WIG, Passivierung, Ra ≤ 0,8 µm, ISO 9606-1-Zertifikat, Reinheitsbescheinigung. Chorula bei Oppeln.

Renovierung und Edelstahlschweißen an einem Feldbinder-Siloauflieger

Kurzübersicht

Schweißarbeiten an Feldbinder-Auflegern aus Edelstahl (304L, 316L) führen wir mit nach ISO 9606-1 zertifizierten Schweißern, im WIG-Verfahren und mit Schweißdraht 308L/316L mit Werkstoffzeugnis durch. Nach dem Schweißen folgen stets Schleifen, Passivierung mit Salpetersäure und — bei Lebensmittelauflegern — die Ausstellung einer Reinheitsbescheinigung. Standort: Chorula bei Oppeln. Das Leistungsspektrum umfasst Unfallreparaturen sowie Arbeiten im Rahmen der TDT-Prüfung.

Edelstahlschweißen an Feldbinder-Auflegern — eine Spezialistendisziplin

Feldbinder-Aufleger aus Edelstahl (304L, 316L) sind Konstruktionen, die spezialisierte Schweißverfahren erfordern. PHS Magnum verfügt über ISO 9606-1-zertifizierte Schweißer sowie vollständig zertifizierte Werkzeuge und Zusatzwerkstoffe. Das Schweißen am Behältermantel führen wir in der Halle durch, wo wir Sauberkeit, Formiergas und kontrollierte Bedingungen sicherstellen können — Voraussetzung für gleichbleibende Nahtqualität und eine korrekte TDT-Prüfung nach der Reparatur.

Werkstoffe und Verfahren

Stahl 304L (1.4307)

  • Meistverwendeter Werkstoff für EUT-Aufleger
  • Zusammensetzung: 18 % Cr, 10 % Ni, niedriger Kohlenstoffgehalt (L = Low Carbon, <0,030 %)
  • Korrosionsbeständig in milden Umgebungen (Food-grade, die meisten Chemikalien)
  • Schweißzusatz: ER308L (Standard) oder 308LSi (mit Silizium für bessere Fließfähigkeit)

Stahl 316L (1.4404)

  • Für Anwendungen mit höheren Korrosionsschutzanforderungen
  • Zusatz von 2–3 % Mo (Molybdän) — Beständigkeit gegen Lochkorrosion
  • Einsatz in Chlorid-, organischen Säure-Umgebungen
  • Schweißzusatz: ER316L oder 316LSi

304L vs. 316L — Werkstoff- und Drahtwahl

Merkmal304L (1.4307)316L (1.4404)
Schlüsselelement18 % Cr, 10 % Ni+ 2–3 % Mo (Molybdän)
Chloridbeständigkeitmäßigerhöht (Lochkorrosion)
Typische AnwendungFood-grade, milde ChemieAggressive Chemie, organische Säuren
SchweißzusatzER308L / 308LSiER316L / 316LSi
Passivierung nach dem Schweißenerforderlicherforderlich

Die Drahtwahl richtet sich stets nach dem Werkstoff des Behältermantels — der Draht muss eine ähnliche oder höhere Legierungszusammensetzung aufweisen, niemals eine niedrigere. Einzelheiten zur Reinigung und Wiederherstellung der Passivschicht beschreibt der Beitrag Edelstahl — Reinigung und Passivierung.

Schweißzusätze

Jede Drahtlieferung mit Werkstoffzeugnis 3.1 (EN 10204) — Nachweis der chemischen Zusammensetzung und mechanischen Eigenschaften. Lagerung unter trockenen Bedingungen (Draht ist hygroskopisch; Feuchtigkeit kann Porosität der Naht verursachen).

Schutzgase

  • Reines Argon (4.6 oder 5.0) — Standard für WIG-Schweißen von Edelstahl
  • Argon + 2 % H₂ — für bestimmte WIG-Anwendungen (bessere Einbrandtiefe)
  • Argon + 1–3 % O₂ — für MIG/MAG (bessere Lichtbogenstabilität)

Schweißanweisung WPS (Welding Procedure Specification)

Jede Schweißreparatur an einem TDT-pflichtigen Behälter wird gemäß der für den jeweiligen Aufleger freigegebenen WPS durchgeführt. Die WPS legt fest:

  • Werkstoffe (Grundwerkstoff + Zusatzwerkstoff)
  • Schweißverfahren (WIG 141 / MIG-MAG 135)
  • Parameter (Strom, Spannung, Schweißgeschwindigkeit)
  • Schutzgas + Durchfluss
  • Schweißposition (PA, PB, PC …)
  • Vorwärmtemperatur (für 304L/316L in der Regel nicht erforderlich)
  • Schweißfolge (bei langen Nähten)

Schweißnahtprüfung

Nach jedem Schweißvorgang — Sichtprüfung (VT). Bei Druckbehältern zusätzliche ZfP-Prüfungen:

  • PT (Eindringprüfung) — Rissprüfung für paramagnetischen Edelstahl
  • RT (Röntgenprüfung) — Durchstrahlung der Nähte bei höchster Verantwortung (z. B. äußere Druckkonstruktionsnähte)
  • VT nach Bearbeitung — zur Erkennung etwaiger Undichtigkeiten und Mikrorisse

Passivierung nach dem Schweißen

Die hohen Schweißtemperaturen (1200–1400 °C im Schweißbad) zerstören die Passivschicht des Edelstahls in der Nähe der Naht (WEZ — Wärmeeinflusszone). Ohne Passivierung bleibt diese Zone korrosionsanfällig.

Passivierungsablauf bei PHS Magnum

  1. Schweißnaht schleifen auf Ra ≤ 0,8 µm (für höchste Anforderungen ≤ 0,4 µm)
  2. Reinigen — Entfernen von Fett, Öl und Verunreinigungen (mit Isopropanol)
  3. Chemische Passivierung — Auftragen von Salpetersäure (HNO3, 20–50 % in Wasser) auf Schweißnähte und WEZ. Einwirkzeit 30–60 Minuten je nach Konzentration
  4. Spülen mit vollentsalztem Wasser
  5. Trocknen mit trockener Druckluft
  6. Passivschichttest (optional) — Messung des Korrosionspotenzials, Kaliumhexacyanoferrat-Test (Kolorimetrischer Test)
  7. Dokumentation — Passivierungsprotokoll in der Aufliegerakte

Reinheitsbescheinigung

Nach Schweißreparaturen an Lebensmittelauflegern stellen wir eine Reinheitsbescheinigung aus, die Folgendes enthält:

  • Auflegeridentifikation (Modell, FIN, Kennzeichen)
  • Umfang der Schweißreparaturen
  • Verwendete Schweißzusätze (Draht, Gas)
  • Angewandte WPS-Verfahren
  • ZfP-Ergebnisse (PT, RT sofern durchgeführt)
  • Passivierung (Datum, Konzentration, Dauer)
  • Rauheitsmessung Ra
  • Dichtheitstest
  • Unterschrift des Schweißers (mit ISO 9606-1-Zertifikatsnummer)
  • Unterschrift des Serviceleiters PHS Magnum

Das Dokument wird von Abnehmern von Lebensmitteln verlangt — ohne Reinheitsbescheinigung sollte ein Aufleger den Food-grade-Betrieb nicht wieder aufnehmen.

Häufigste Schweißreparaturen an Feldbinder-Auflegern

ReparaturtypDauerUmfang
Kleine Oberflächenrisse (WEZ)1–2 TageSchleifen + Schweißen + Passivierung
Reparatur der Längsnaht des Behälters2–3 TageSchweißen + RT + Passivierung
Ersatz eines Behälterblechabschnitts4–7 TageAusschneiden + neues Blech + Rundnahtschweißen + RT + Passivierung
Unfallreparatur (größere Schäden)7–14 TageVollzyklus: Richten + Schweißen + ZfP + Passivierung + Lackierung + TDT-Prüfung

Kontakt

Sie benötigen Schweißarbeiten, Passivierung oder eine Unfallreparatur an einem Feldbinder-Edelstahlaufleger? Beschreiben Sie den Schadensumfang (am besten mit Fotos) — wir erstellen Ihnen einen Reparaturplan. Preis auf Anfrage.

  • Service Siloaufleger / TDT: +48 602 716 551
  • E-Mail: biuro@magnumchorula.pl
  • Standort: Chorula bei Oppeln, 4 km vom Autobahnkreuz A4

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Häufig gestellte Fragen

Ja. Das Schweißen eines Druckbehälters aus Edelstahl (304L, 316L) erfordert einen nach ISO 9606-1 (bzw. EN ISO 9606-1) zertifizierten Schweißer für austenitische Stähle. Bei TDT-pflichtigen Behältern ist außerdem eine Schweißanweisung nach WPS (Welding Procedure Specification) erforderlich. PHS Magnum beschäftigt zertifizierte Schweißer.

Passivierung ist ein chemischer Prozess, bei dem eine schützende Passivschicht aus Chromoxid (Cr2O3) auf der Edelstahloberfläche aufgebaut wird. Wir verwenden Salpetersäure (HNO3, 20–50 %) mit einer Einwirkzeit von 30–60 Minuten je nach Konzentration. Nach der Passivierung ist die Oberfläche korrosionsbeständig und für den Kontakt mit Lebensmitteln (Food-grade) geeignet. Nach jedem Schweißen an einem Lebensmittelaufleger ist die Passivierung zwingend erforderlich.

Hauptverfahren: WIG (Wolfram-Inertgas, Prozess 141) — das bevorzugte Verfahren für dünnwandige Feldbinder-Behälter. Schutzgas: Argon. MIG/MAG (Prozess 135) — für dickere Bauteile (>5 mm) oder Serienanwendungen. MMA (Prozess 111) — gelegentlich bei Reparaturen an schwer zugänglichen Stellen. Die Wahl des Verfahrens richtet sich nach Wanddicke, Zugänglichkeit und den jeweiligen Anforderungen.

Eine Reinheitsbescheinigung ist ein Dokument, das nach Schweißreparaturen an Lebensmittelauflegern ausgestellt wird. Es bestätigt: verwendete Zusatzwerkstoffe (Schweißdraht 308L oder 316L mit Werkstoffzeugnis), angewandte Verfahren (WPS), durchgeführte Passivierung, gemessene Oberflächenrauheit (Ra ≤ 0,8 µm als Standardanforderung) und Dichtheitstest. Wir stellen die Bescheinigung nach jeder Schweißreparatur an einem Food-grade-Aufleger aus — sie wird von den Abnehmern von Lebensmitteln verlangt.

Standardmäßig: Schweißdraht 308L (Typ ER308L nach AWS A5.9) für Stahl 304L. Für 316L — Draht 316L (ER316L). Dünnere Durchmesser (Ø 1,6–2,0 mm) für WIG, stärkere (Ø 2,4–3,2 mm) für MIG/MAG. Jeder Draht mit Werkstoffzeugnis 3.1 (EN 10204), das die chemische Zusammensetzung bestätigt.

Standard: Passivierung mit Salpetersäure genügt für die meisten Food-grade- und Chemie-Anwendungen. Die Passivierung stellt die durch die Schweißhitze zerstörte Passivschicht wieder her. Elektropolieren — optional für Aufleger mit höchsten Hygieneanforderungen (z. B. Milchprodukte, Pharmazie) — erzielt eine Oberflächenglätte von Ra < 0,4 µm. PHS Magnum führt standardmäßig die Passivierung durch; Elektropolieren ist auf Anfrage möglich.

Ja — Unfallreparaturen gehören zu den Hauptleistungen von PHS Magnum. Ablauf: 1) ZfP-Prüfung des Schadensumfangs; 2) Reparaturplan mit Kostenvoranschlag; 3) Richten / Austausch von Konstruktionsträgern; 4) Edelstahlschweißen; 5) Passivierung; 6) Außenlackierung; 7) Reinheitsbescheinigung; 8) außerordentliche TDT-Prüfung. Wir arbeiten mit Versicherungen zusammen. Dauer: 7–14 Werktage je nach Schadensumfang.

Blaue oder goldgelbe Anlauffarben an der Schweißnaht und der Wärmeeinflusszone (WEZ) sind ein Zeichen für Überhitzung und Chromoxidation an der Oberfläche. Die Passivschicht ist in diesem Bereich zerstört, der Stahl wird korrosionsanfällig. Deshalb kontrollieren wir die eingebrachte Wärme, setzen Formiergas (Back Purging) auf der Wurzelseite ein und führen nach dem Schweißen Schleifen sowie Passivierung durch, um Anlauffarben zu beseitigen und die Korrosionsbeständigkeit wiederherzustellen.

Schweißen an TDT-pflichtigen Druckbehältern, Passivierung und ZfP-Prüfungen führen wir in unserer Halle in Chorula durch, wo wir kontrollierte Bedingungen, Schweißstände und vollständige WPS-Dokumentation gewährleisten können. Kleinere Schweißarbeiten am Außenzubehör aus Edelstahl (Halterungen, Befestigungen, Tritte) sind gelegentlich mobil möglich — jeder Eingriff in den Behältermantel erfordert jedoch Hallenbedingungen und das TDT-Verfahren. Bei einer Panne unterwegs helfen wir beim Organisieren der Anfahrt oder des Transports.

Eine Food-grade-Schweißnaht muss glatt, poren- und kerbenfrei sein, ohne scharfe Übergänge, in denen sich Produktreste und Bakterien ansammeln könnten. Das erfordert Schleifen auf eine niedrige Rauheit (Ra ≤ 0,8 µm), Passivierung zur Wiederherstellung der Passivschicht sowie Dokumentation — eine Reinheitsbescheinigung mit Drahtzeugnis. Eine normale Konstruktionsschweißnaht unterliegt nicht diesen Hygieneanforderungen; daher sind Verfahren und Arbeitsaufwand bei einem Lebensmittelaufleger höher.

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