Kurzübersicht
Passivierung von Edelstahl in Feldbinder-Aufliegern – die passive Schutzschicht Cr₂O₃ wird durch Schweißen, Schleifen mit Eisenwerkzeug und Chloride zerstört. Ohne diese Schicht rostet der Stahl und ist für den Lebensmittelkontakt nicht mehr zugelassen. Passivierungsmethoden: HNO₃ 30 % (große Flächen, 20–30 Minuten) oder Avesta 401 Gel (Schweißnähte, schwer zugängliche Stellen). Erforderlich nach jeder Schweißreparatur. Ra ≤ 0,8 µm wird mit dem Profilometer gemessen – das Protokoll ist für TDT-Prüfung und Lebensmittelspediteure (Südzucker, Nestlé, Tchibo) vorgeschrieben. PHS Magnum führt Passivierungen durch und stellt Sauberkeits- und Ra-Protokolle aus.
Edelstahl in Lebensmittel-Tankaufliegern von Feldbinder
Warum ist Edelstahl nicht „unzerstörbar"?
Die „Rostfreiheit" von Edelstahl hängt ausschließlich von der passiven Oxidschutzschicht auf der Oberfläche (Cr₂O₃) ab. Diese Schicht:
- Bildet sich natürlich durch Kontakt mit Luftsauerstoff
- Wird beim Schweißen ZERSTÖRT (hohe Temperatur)
- Wird durch Chloride BESCHÄDIGT (Streusalz, Meerwasser, bestimmte Reinigungsmittel)
- Wird durch abrasive Reinigung mit falschen Werkzeugen BESCHÄDIGT (Stahlbürsten statt Edelstahlbürsten)
Ohne Passivschicht rostet Edelstahl – zwar langsamer als Kohlenstoffstahl, aber es passiert.
Korrosionsformen in Edelstahlbehältern
Spaltkorrosion (crevice corrosion): Tritt in Spalten und Ecken des Behälters auf. Typisch für schlecht belüftete Stellen, an denen Flüssigkeit oder Material stagniert.
Vorbeugung: korrekte Schweißnahtausführung (keine scharfen Ecken), Polieren auf Ra ≤ 0,8 µm, regelmäßige Reinigung.
Lochfraßkorrosion (pitting): Punktförmige Korrosionskrater, ausgelöst durch Chloride oder Verunreinigungen. Erkennbar als schwarze oder bräunliche Punkte auf der Oberfläche.
Vorbeugung: Chloride vermeiden, Passivierung durchführen, kein dauerhaftes Wasserstagnieren im Behälter.
Schweißnahtkorrosion (sensitization): Beim Schweißen scheidet sich Chrom aus dem Stahlgefüge aus (sensitization) und bildet Chromkarbide in der Wärmeeinflusszone. Die Nahtumgebung verliert ihre Korrosionsbeständigkeit.
Vorbeugung: Schweißen mit „L"-Güten (304L, 316L – sehr niedriger Kohlenstoffgehalt), schnelle Abkühlung nach dem Schweißen oder Lösungsglühen.
Passivierung des Behälters – Ablauf bei PHS Magnum
- Behälterreinigung: alkalisches Reinigungsmittel (pH 10–12), Spülung mit deionisiertem Wasser
- Sichtprüfung und Bewertung des Oberflächenzustands
- Beizen mit Säure (bei Bedarf: HNO₃ + HF oder nur HNO₃ 30 %) – Entfernung von Verunreinigungen und Korrosionsprodukten
- Eigentliche Passivierung: Salpetersäure 30 % für 30–60 Minuten (oder Passivierungsmittel Avesta 401 für 15–30 Minuten)
- Spülung mit deionisiertem Wasser, pH 6–8 (Verifikation des Spülwasser-pH)
- Ra-Rauheitsmessung mit dem Profilometer an mehreren Punkten am Behälterboden und an der Seitenwand
- Passivierungsprotokoll: Datum, Material, Chemikalienliste, Ra-Ergebnisse, Unterschrift des Ausführenden
Was prüfen Lebensmittelproduzenten bei der Behälterzulassung?
Bei der Zulassung eines Aufliegers für den Lebensmitteltransport (z. B. für Südzucker, Tchibo, Nestlé) sind folgende Unterlagen erforderlich:
- Aktuelles TDT-Prüfzeugnis des Druckbehälters
- Passivierungsprotokoll (Datum, Ra-Ergebnisse)
- Materialnachweise (Werksatteste für Stahl 304L/316L)
- Dichtungszertifikate (FDA-Zulassung oder VO (EG) 1935/2004)
Fehlen diese Unterlagen, verweigert der Lebensmittelspediteur die Zulassung.
Kontakt zu PHS Magnum: +48 602 716 551
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